Liednummern auf dem Fernseher. Gesteuert vom Handy des Organisten.
Die Kirchenanzeige ersetzt die Liedtafel mit Steckziffern. Vor dem Gottesdienst werden die Nummern am Smartphone eingetippt, während des Gottesdienstes reicht ein Fingertipp – oder ein Druck auf die Funktaste an der Orgel.
Keine App, kein Internet, kein Wartungsvertrag mit einem Cloud-Dienst: Ein kleiner Rechner hinter dem Fernseher stellt sein eigenes WLAN bereit und läuft jahrelang ohne Eingriff.
So läuft ein Gottesdienst mit der Kirchenanzeige
Drei Schritte, die auch ohne technische Vorkenntnisse in wenigen Minuten sitzen.
Verbinden
Das Smartphone verbindet sich mit dem WLAN „Kirchenanzeige“ und öffnet die Bedienseite im Browser. Ein Lesezeichen am Startbildschirm genügt – installiert wird nichts.
Lieder eintragen
Bis zu zwölf Liednummern werden der Reihe nach eingetippt. Zu jeder bekannten Nummer erscheint automatisch der Liedtitel aus der hinterlegten Datenbank mit über 1.200 Einträgen.
Blättern
Während des Gottesdienstes wird mit Pfeiltasten von Lied zu Lied geblättert. Das aktuelle Lied steht groß in Grün, die kommenden Nummern daneben. Für stille Momente: Blackout.
Was die Kirchenanzeige kann
Entwickelt im laufenden Betrieb einer Pfarre – jede Funktion hat einen konkreten Anlass aus dem Gottesdienst.
Liednummern mit Titel
Bis zu zwölf Lieder pro Gottesdienst. Auch Nummern wie „722,2“ oder Bezeichnungen aus eigenen Liederbüchern („SJ 12“) sind möglich. Die Titeldatenbank wird als einfache Tabelle gepflegt.
Zwei freie Texttafeln
Ankündigungen, Gebetstexte oder Hinweise werden frei eingetippt und auf Knopfdruck angezeigt – die zweite Tafel kann währenddessen schon vorbereitet werden.
Fotos und Hinweistafeln
Bis zu acht Fotos direkt vom Handy – etwa vom Kinderchor, noch während der Messe. Dazu fixe Tafeln wie „Pfarrcafé“ sowie ein Start- und ein Endbild.
Funktaste an der Orgel
Ein kleiner Vier-Tasten-Funkschalter blättert vor und zurück und schaltet den Bildschirm dunkel oder hell – ohne aufs Handy zu schauen. Batteriestand wird in den Einstellungen angezeigt.
Eigenes WLAN, kein Internet nötig
Der Rechner stellt sein eigenes Funknetz bereit. Wo zwei Bildschirme angesteuert werden, übernimmt ein externer Access Point – umschaltbar direkt in der Bedienoberfläche.
Ausfallsicher über Jahre
Fällt die Speicherkarte aus, startet das System automatisch von einer Kopie am USB-Stick weiter. Zwei Bildschirme laufen im Spiegelbetrieb, Fernseher schalten sich per HDMI-CEC mit ein.
Anzeige anpassbar
Drehung für hochkant montierte Bildschirme, Größe, Position und Farben werden einmal bei der Einrichtung eingestellt – passend zum Kirchenraum.
Diagnose eingebaut
Verbindungsqualität, Temperatur, Stromversorgung und ein Stresstest sind aus der Bedienoberfläche abrufbar. Wer die Technik betreut, sieht auf einen Blick, ob alles in Ordnung ist.
Die Bedienoberfläche am Smartphone
Vier Bereiche, große Schaltflächen, dunkler Hintergrund – gemacht für den Einsatz im gedämpften Licht an der Orgel.





Selbst ausprobieren
Links das Handy, rechts der Fernseher in der Kirche. Tippen Sie Liednummern ein, blättern Sie, zeigen Sie einen Text oder ein Bild. Alles läuft nur in Ihrem Browser – nichts wird übertragen oder gespeichert.
Alle Nummern des Gotteslobs sind hinterlegt – zu jeder erscheint der Titel.
Über das letzte Lied hinaus blättern zeigt das Endbild.
Fixe Bilder – antippen zeigt das Bild am Fernseher.
In der echten Anlage lassen sich hier zusätzlich bis zu acht Fotos vom Handy hochladen.
Funktaste an der Orgel
Gut lesbar bis in die letzte Bank
Die aktuelle Nummer füllt gut ein Drittel des Bildschirms, die kommenden Lieder stehen rechts daneben. Wer den Titel mitlesen möchte, findet ihn unter der Nummer. Auf hochkant montierten Bildschirmen wird die Anzeige gedreht.
Hardware: bewusst einfach, überall erhältlich
Die Kirchenanzeige läuft auf einem Raspberry Pi und nutzt handelsübliche Fernseher. Nichts davon ist proprietär – ein Bauteil, das in zehn Jahren ausfällt, lässt sich ersetzen. Zur Orientierung für Nachbauer: Ein System mit zwei Bildschirmen hat etwa 850 Euro Material gekostet.
| Komponente | Empfehlung | Richtpreis |
|---|---|---|
| Raspberry Pi 4B | 2–4 GB RAM, Netzteil, microSD-Karte | 100–120 € |
| Gehäuse mit Kühlung | Lüfter oder Kühlkörper für Dauerbetrieb | 15–20 € |
| USB-Stick für Ausfallsicherung | 16 GB, hochwertiger Markenstick | 30–40 € |
| Micro-HDMI-Kabel | eines pro Bildschirm | 10–15 € |
| Fernseher | Full-HD, HDMI mit CEC – oft bereits vorhanden | ab ca. 200 € |
| Wandhalterung | je nach Montageort | 30–50 € |
| Funktaste (optional) | Shelly BLU RC Button 4 mit Gateway | 30–50 € |
| Access Point (bei zwei Bildschirmen) | beliebiger Hersteller, wird passend konfiguriert | 50–100 € |
Preise sind Richtwerte, Stand 2026. Die Bedienungsanleitung enthält die vollständige Installationsbeschreibung.
Fragen zum Projekt?
Die Kirchenanzeige ist ein Projekt, entstanden aus dem Bedarf einer einzelnen Pfarre, und läuft dort seit dem ersten Tag im Echtbetrieb.
Die Bedienungsanleitung zum Herunterladen beschreibt den Aufbau im Detail.
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